#14 Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl und Vorstandsvorsitzender der Börsengruppe Wien und Prag, Christoph Boschan

Shownotes

Vorstandsvorsitzender der Börsengruppe Wien und Prag, Christoph Boschan spricht mit Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl über den Kapitalmarkt.

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00:00:00: Wir haben hier auch herausfinden können, was so die Hauptmultive sind.

00:00:04: Warum ja?

00:00:05: Die Österreicherinnen und Österreicher in Wertpapiere gehen und da ist es ganz stark herausgekommen als neben Wertehalt oder Vermögensaufbau das Thema Altersvorsorge

00:00:16: über persönliche Vorsorge nachzudenken – ein ganz logischer Schritt!

00:00:22: Und das natürlichste der Welt wenn die Leute so reagieren.

00:00:30: BMF.Geldanschauung, der Podcast aus dem Finanzministerium.

00:00:36: Folge vierzehn – Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl mit Vorstandsvorsitzendem

00:00:42: der Börsengruppe Wien

00:00:43: und Prag

00:00:44: Christoph Boschan über den Kapitalmarkt

00:00:47: in Österreich.

00:00:51: Herzlich willkommen allen unseren Zuhörerinnen und Zuhören zur aktuellen Folge unseres Podcasts BMF Geldanschauungen!

00:00:58: Ich freue mich heute Christoph Boschern, CEO der Börse bei mir zu Gast zu haben.

00:01:03: Herzlich willkommen!

00:01:04: Schön, bei Ihnen sein zu dürfen.

00:01:05: Herzlichen Dank für die Einladung.

00:01:07: Sehr gerne.

00:01:07: Sie sind seit rund zehn Jahren jetzt schon CEO der börse Wien AG.

00:01:12: Man hört es glaube ich sie sind kein gebürtiger Österreicher.

00:01:16: wie hatte sie nach Wien verschlagen Herr Boscharn?

00:01:18: Ja, es sind tatsächlich fast zehn Jahre.

00:01:21: Es ist so dass tatsächlich im Mai dann vor zehn Jahren in Gespräche kam mit einem Headhunter, der eine Möglichkeit in Wien auftat.

00:01:31: Und wir dann tatsächlich über einige Monate zusammengefunden haben so dass ich dann im September also es sind noch nicht ganz zehn Jahre dann in Wyn antreten durfte und seitdem die große Ehre habe die Wyn Prager Börsengruppe zu leiten.

00:01:45: Also, es hat sie in einer der lebenswertesten Städte der Welt verschlagen und Sie haben jetzt auch schon bedont.

00:01:51: Es geht aber hier nicht nur um Wien als Börseplatz sondern es geht um Wienen- und Prag als Böseplätze Und erlauben Sie mir das auch mit ein wenig stolz hervorzustreichen?

00:02:02: Sie sind ja an einer der ältesten Börsen der Welt tätig.

00:02:05: Sie wurde nämlich schon gegründet unter Maria Theresia.

00:02:08: So ist das!

00:02:09: Sie gehört definitiv zu den Älterennen sozusagen.

00:02:12: Und ja, es geht nicht nur um die Stadt Wien.

00:02:15: Die tatsächlich vorbehaltlos die lebenswerteste Stadt des Kontinents ist.

00:02:19: und es geht auch nicht nur in Wien und Prag sondern wenn man uns anschaut um eine Infrastruktur Leistung für die gesamte Region.

00:02:28: wir betreiben von Wien aus technisch auch noch die Börsen im Budapest, in Sakrep, in Leibach.

00:02:33: Wir bieten ein Datenverteilchen Netzwerk für über zehn Märkte an.

00:02:38: also Unser Geschäft ist ohnehin global und international.

00:02:42: Die Handelsteilnehmer sind bei uns diejenigen wie an allen anderen entwickelten Märkten, also eine Goldman-Murray-Linge-Nemons-Denlit-Pimonga, wie sie alle heißen Citibank BNB – das sind unsere Handelesteilnehmer!

00:02:55: Und auch unsere Datenkunden sitzen vornehmlich in Westeuropa, UK und Amerika da wo also die wesentliche Finanzplatzmusik spielt.

00:03:04: Also absolut international vernetzt?

00:03:06: Dennoch glaube ich, kann man durchaus hervorstreichen dass gerade das vergangene Jahr für den ATX ein sehr erfolgreiches Jahr war.

00:03:13: Es war einer der am besten performenden Indizes überhaupt.

00:03:19: Wie machte einen das stolz?

00:03:22: Ja ihn!

00:03:23: Weil ich mich solchen Kurzzeitbetrachtungen ja grundsätzlich verweigere.

00:03:28: Und ja, es ist tatsächlich so.

00:03:30: Der ATX hat da wirklich beispiellose Performance hingelegt und führt auch von den entwickelten Kapitalmärkten damit seiner Performance über vierzig Prozent alle Rankings an.

00:03:39: aber darauf kommt das nicht an.

00:03:41: Es kommt auf die Durchschnittsrendite an und die ist entscheidend und die muss man zumindest mittelwennig langfristig betrachten.

00:03:50: und über die letzten fünfundzwanzig Jahre liegt der ATX in seiner Gesamtperformance Ja, bei circa neun Prozent derzeit.

00:03:58: Etwas niedriger habe ich meine acht Komma irgendwas für Bereich seitdem er berechnet wird und das Entscheidende dabei ist dass sich das vollständig ins internationale Bild einordnet.

00:04:11: Das ja das was mir sozusagen als die systematische globale Aktienrendite beschreiben.

00:04:17: Naja und die liegt historisch, wenn man sie nicht in Österreich.

00:04:20: Da gab es ja einige Disruptionen auch in Deutschland nicht.

00:04:23: aber wenn man sich hundertjährig berechnet und ich glaube schon guter wissenschaftlicher Ansatz näher dann liegt die durchschnittliche hundertjährige Inflationsbereinigte ganz wichtig Aktienredite bei um fünf sechs Prozent.

00:04:34: Und das ist auch das was unser Markt bietet.

00:04:36: Das kann auch nicht anders sein.

00:04:38: Wenn das irgendwie stimmt Was uns die Finanztheorie über Finanzmärkte verrät, dass es eben eine bestimmte Rendite an entwickelten Märkten gibt und auch eigentlich keine Überrendite.

00:04:49: Dann muss das für Österreich als entwickeltem Markt gelten – und das gilt!

00:04:53: Es gilt unter bestimmten Voraussetzungen.

00:04:54: Der Markt muss natürlich technisch ordentlich erschlossen sein, das ist er mit der Wiener Börse.

00:04:58: Er muss natürlich die entwickelnden Unternehmen in entsprechender Größe bieten auch – das ist der Fall bei uns im ATX.

00:05:04: und dann kommt es eben zu dieser langjährigen Durchschnittsrendite wie gesagt von ca.

00:05:09: neun Prozent.

00:05:10: Und das Entscheidende vielleicht auch für unsere Zuhörerinnen und Zuhöhrer hier Aktien sind damit langfristig die erfolgreichste und sicherster Anlage.

00:05:21: Sie schlagen alle anderen Alternativen um mindestens das Doppelte.

00:05:24: Natürlich können sie den Immobilienmarkt investieren, sie können anleihen auch Staatsanleihen kaufen, auch hervorragendster Bonität wie die Österreichischen – auch das übrigens über die Wiener Börse möglich!

00:05:35: Aber es ist eben so, sie werden dort auf Renditen kommen die inflationsbereinigt.

00:05:41: Die Hälfte dessen sind was also die Aktienrenditen sind.

00:05:43: und das muss man den Leuten immer wieder erklären und immer wieder deutlich machen und auch heute langfristiges, lebenslanges Aktien sparen.

00:05:53: Das ist die sicherste und Rendite drächtigste Methode für...

00:05:56: Also das klingt nach einer Werbeeinschaltung aber sie haben völlig recht.

00:06:00: ich glaube gerade in Österreich haben wir in dieser Hinsicht noch sehr viel Potenzial.

00:06:04: Wir gelten ja immer noch als das Land des klassischen Sparbuchs Und wenn man sich diese Renditen anhört dann macht der Vergleich aber sicher.

00:06:15: Trotzdem sind nur rund dreißig Prozent der Österreicherinnen und Österreichern in Wertpapieren veranlagt.

00:06:20: Und eben an die siebzig Prozent am klassischen Sparbuch, also das aufzuzeigen welche Chancen hier eigentlich liegen gelassen werden halte ich für ganz wichtig?

00:06:28: Ja absolut!

00:06:30: Es ist ja nicht nur entscheidend wie viele Leute am Aktienmarkt engagiert sind sondern auch mit welchen Summen angedeutet.

00:06:39: Es gibt erfreuliche Entwicklungen in Österreich, das Aktionariat wächst jedenfalls in der Anzahl was man nicht automatisch bedeutet dass auch in den entsprechenden Volumina Aktien gespart wird.

00:06:50: da ist also noch ein bisschen etwas zu tun und sehrlich auch ja die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen.

00:06:56: Wir können dann auch auf Datenmaterial zurückgreifen.

00:06:59: es wird ja in regelmäßigen Abständen das sogenannte Aktienbarometer gemacht.

00:07:05: Das ist sozusagen eine Untersuchung die auch in eurem Auftrag gemeinsam mit weiteren Partnern von einem namhaften Institut durchgeführt wird.

00:07:14: Und es ist für uns seitens der Politik auch eine wichtige Grundlage, um zu schauen wie's mit dem Kapitalmarkt in Österreich läuft und wo eben hier noch Handlungsbedarf besteht.

00:07:25: Wenn man vielleicht hier die Bereiche der privaten anschaut dann habe ich vorher schon ausgeführt wir haben jetzt aktuell einunddreißig Prozent der österreichischen Wohnbevölkerung die Wertpapiere hält.

00:07:36: Wir sehen aber auch, und das stimmt mich positiv, dass dieser Bereich angestiegen ist.

00:07:41: Wir waren nämlich im Jahr zwanzig-zweiundzwanzig noch bei twenty-fünf Prozent.

00:07:43: Also man sieht wirklich, dass es zunehmend und dass das Bewusstsein in der Bevölkerung steigt.

00:07:49: Absolut!

00:07:50: Es ist natürlich getrieben erst mal von einer guten Marktphase.

00:07:54: Das hilft immer... Es schafft Aufmerksamkeit, es schafft Interesse und dann fangen die Leute an.

00:08:02: Aber das ist ein bisschen der kleine Wermutstropfen da drin.

00:08:06: Es sagt eben noch nichts über die tatsächliche Gravitas dieses Geschehens, weil man müsste jetzt nochmal schauen mit welchen Summen man da an den Markt ergeht.

00:08:14: aber ja!

00:08:14: Das ist ein Anfang dafür dass das dann richtig breiten Wirkung entfaltet für die Refinanzierung der Unternehmen, für die Wohlfahrt der Einzelnen.

00:08:23: auch eine breite Verteilung nicht zuletzt über ein gewisses Steueraufkommen, was daran ja auch immer hängt.

00:08:28: Braucht es natürlich noch die richtigen Volumina und da ist vielleicht dann noch etwas zu tun in Österreich.

00:08:36: Wir haben hier auch herausfinden können, was so die Hauptmodive sind?

00:08:40: Warum hier die Österreicherinnen und Österreichern... in Wertpapiere gehen und da ist es ganz stark herausgekommen, jetzt neben Werte halt wegen der Inflation oder Vermögensaufbau des Thema Altersvorsorge.

00:08:52: Also das ist offensichtlich wirklich ein Anknüpfungspunkt den wir von politischer Seite auch weiter unterstützen sollten.

00:08:59: Ganz sicher sogar – ich sehe es an mir selbst ja auch – vor zwanzig Jahren ins Arbeitsleben-Eintrat finanzierten.

00:09:08: Vier Arbeitnehmer und Arbeitnehmer, einen Pensionisten.

00:09:10: Heute sind es noch drei.

00:09:12: alle Prognosen zeigen wenn ich in zwanzig Jahren dann mal im Pensionen gehe Dann sind das noch zwei mit auch weiter abnehmender Tendenz durchaus nicht unmöglich dass jeder seinen eigenen Pensionistin dann in der Umlage bekommt.

00:09:25: Dann gestatten sie mich bei ja kein politischer Akteur sondern lediglich Magteilnehmer und Betroffener.

00:09:31: Mit der umlage ist natürlich auch ein Riesen euphemismus.

00:09:34: Es sind ja keine umlage Systeme mehr Es sind ja zunimmt kreditfinanzierte Systeme.

00:09:41: Und da natürlich sowohl auf staatlicher Seite, wie aber auch auf individueller Seite und aus der Richtung Kompensier über persönliche Vorsorge nachzudenken ist ein ganz logischer Schritt und das Natürlichste der Welt wenn die Leute so reagieren und dass sie dann Und das ist eher eine streng wissenschaftliche Behauptung, dass sie dann auch auf die Eigenkapitalrenditen kommen.

00:10:07: Also die Aktienanlage als die langfristig sicherste und renditeträchtigste Anlage – das ist nur natürlich.

00:10:14: Man sieht, da sich die Menschen damit beschäftigen.

00:10:17: Wir haben daher neben der ersten Säule, die uns gerade bei den Budgetverhandlungen Aufgrund des großen Volumens, was hier schon im Budget abgebildet werden muss natürlich auch wirklich einen Druck gibt für Reformen.

00:10:33: Vor allem ist in der zweiten Säule auch Überlegungen, wie man hier die Pensionsvorsorge noch Kapitalmarkt orientierter gestalten kann.

00:10:41: Also da werden wir in den nächsten Wochen etwas vorstellen können.

00:10:45: Wenn wir uns nochmal genauer anschauen, wer in Österreich eigentlich Wertpapiere anschaft oder sie besitzt, möchte ich auch zwei Bereiche herausstreichen.

00:10:55: Erlauben Sie mir das vor allem als Frau?

00:10:57: Wir sehen dass hier die Männer sehr stärker, sehr viel stärker investiert sind.

00:11:02: Nämlich, bei den Frauen sind es nur noch mehr als vierundzwanzig Prozent.

00:11:06: Jetzt kann man sagen gut mit einem höheren Einkommen ist auch es wahrscheinlicher dass mir hier ein Wertpapiere investiert.

00:11:12: Vielleicht ziehen Frauen auch Risikoaverser?

00:11:15: Haben sie da eine Einschätzung?

00:11:16: Na ja also da gibt's sehr viele Dimensionen die wir in ähnlicher Weise erheben.

00:11:21: Da gibts die Dimension männliche Weiblicht, da gibts der Dimension Stadt und Land Da gibt es die Dimension vermeintlich niedriger, versus vermeintliche höher im Bildungsgrad und so weiter.

00:11:32: Und sofort das erheben wir alles.

00:11:35: Die wahnsinnig positive Nachricht, die auch ein Wut macht ist alle diese Gaps schließen sich ja sind in der Tendenz also auch einer Zusammenführung in allen in allen Dimensionen.

00:11:45: Ich glaube insbesondere bei einem gewissen vermeintlichen oder tatsächlichen Gender gibt es eine Frage der Zeit und letztlich eine Ableitung aus den allgemeinen gesellschaftlichen Umständen.

00:11:55: Das ist gut zu hören, dass sich diese Lücke schließt.

00:11:58: Wir adressieren das auch sehr stark mit der Finanzbildung wo gerade hier das Thema Kapitalmarkt in den Vordergrund gestellt wird.

00:12:07: Auch Frauen besonders adressiert werden.

00:12:09: also wir werden weiter dazu beitragen, dass ich diese Lüke weiterschließt vielleicht was die Risikopereitschaft betrifft weil Auch das herstellen der Bevölkerung immer wieder als Meinung vor, dass Aktien eine riskante Anlage sind und so weiter.

00:12:23: Und ich habe mir aber im Aktienbarometer auch die Daten herausgesucht wo sich zeigt, dass auch fast fünfzig Prozent der Wertpapierbesitzer eher eine niedrige oder sehr niedriger Risikoneigung haben.

00:12:37: Das heißt es widerspricht eigentlich dem allgemeinen Bild was man oft hat und man muss halt ja auch unterscheiden handelt es sich um ETFs zum Aktien um Anleihen?

00:12:46: Auch da gibt es ja verschiedene Angebote.

00:12:48: Ich kann nur streng logisch argumentieren, Aktien schwanken kurzfristig natürlich am meisten aber langfristig sind sie die sicherste und renditäträchtigste Anlageform.

00:12:59: Da kann man eine ganz einfache Kontrollüberlegung machen.

00:13:02: Woher kommen denn alle anderen Anlage-Returns?

00:13:06: Die Sie so erzielen können?

00:13:08: also Sie können in Anleihen investieren Kredite, die an Unternehmen oder an den Staat vergeben werden.

00:13:15: Sie können in den Immobilienmarkt investieren, manche investieren in Rohstoffe oder spekulative Instrumente, die jetzt gar nicht aufzählen möchte.

00:13:24: und dann gibt es die größte Vermögensposition der Durchschnittsbürgerinnen und Bürger und das sind die Ansprüche gegen den Sozialstaat, die massiv sind in allen Dimensionen ja insbesondere mit der Pension.

00:13:37: aber jetzt machen sie sich doch mal ihr Zwiebeln in zwanzig dreißig Jahren.

00:13:41: und wenn in zwanzig, dreißig Jahren ihre handwerklich gut umgesetzte Aktieninvestition.

00:13:46: Das heißt lebenslang begleitenes Aktiensparen am besten national- europäisch global diversifiziert Wenn die scheitert Also wenn das wirklich wahr wäre, dass das so risikoreich wäre.

00:13:58: Wenn Ihre Aktienanlage über dreißig Jahre ordentlich betrieben gescheitert ist.

00:14:03: Glauben Sie ernsthaft?

00:14:04: Da gibt es noch sozialstaatliche Ansprüche?

00:14:06: Glaubten sie ernsthaft, da wird eine Staatsanleihe zurückgezeigt?

00:14:09: Gucken Sie ernsthafter im entwickelten Immobilienmarkt?

00:14:12: Nein!

00:14:13: All diese Alternativen werden Ihnen nicht zur Verfügung stellen weil Sie alle eine einzige Quelle haben nämlich die Gewinne des privaten Unternehmertums und die Aktien-Anlage ist die Möglichkeit, sich direkt ohne jede Übersetzungsform – also kein Kredit, keine Mobilmarkt, keinen sozialstaatlichen Anspruch – direkt produktiv vermögen und den dortigen Gewinnen zu beteiligen.

00:14:36: Alles andere leitet sich daraus ab, insbesondere auch die sozialstaatliche Leistungsfähigkeit.

00:14:42: Und deswegen finde ich das ja so unglaublich logisch, sich als Bürgerinnen und Bürgern direkt an den Produktivkräften zu beteiligen – der Aktienmarkt ist dazu da, er ist einfach zugänglich – und das für sich ergänzend zu betreiben neben der sozialstaatslichen Vorsorge ist, glaube ich, das natürlichste der Welt.

00:14:59: aber was mir ganz wichtig ist, weil das muss man erklären, glaube Auch die sozialstaatlichen Ansprüche füßen auf einer einzigen Quelle, nämlich dem aktiven privaten Unternehmertum.

00:15:10: Nur daher kommt das Geld!

00:15:12: Es kommt nirgends woanders her.

00:15:15: Das möchte ich unterstreichen.

00:15:16: also wenn wir nicht die entsprechenden Einnahmen haben dann können wir auch nicht über die sozial staatlichen Ausgaben in Österreich sprechen und auch bei der Budget-Sanierung musst du natürlich beachten, dass du auf der Einnahmenseite hier für ein entsprechendes Wirtschaftswachstum und für einen entsprechenden Aufschwung sorgst.

00:15:36: Sonst können wir auf der Aufgabenseite uns gar nicht bewegen.

00:15:39: So ist es ohne Wachstumsanticipation geht das nicht.

00:15:43: Das ist wohl so.

00:15:44: Jetzt haben Sie gesagt, das ist das Natürlichste der Welt!

00:15:46: Für viele Menschen in Österreich auch?

00:15:49: Für ganz viele aber noch

00:15:50: nicht?!

00:15:50: Insofern halte ich's wirklich für relevant, über Finanzbildung, aber auch über andere Kanäle immer wieder auch transportiert.

00:15:59: Welche Chancen es hier gibt?

00:16:00: Welche Möglichkeiten und ich persönlich habe schon den Eindruck dass sich da die junge Generation sehr interessiert.

00:16:06: Ich glaube das man gerade durch diese neuen Angebote über Apps-Finanztechnologie hier leicht einen Zugang findet.

00:16:14: Absolut ja!

00:16:14: Das sind so die Treiber genau.

00:16:16: also Interessante Marktphasen, insbesondere natürlich eines übermäßigen Zuwachses, einen großen Zuwachs sind hochinteressant und die schaffen dann Aufmerksamkeit.

00:16:24: Und da muss man dann aber finanzbildungsmäßig auch immer dazu erklären.

00:16:28: Das mag zwar ganz positiv sein und ganz toll, aber es geht darum nicht, sondern es geht immer um die langfristige Durchschnittsrendite und die ist nun mal bei dem Instrument doppelt so wie bei allen anderen.

00:16:39: Aber Finanzbildung nicht nur im Sinne von Chancen wahrnehmen das ist ja auch auf der anderen Seite Bildung auch der beste Anlegerschutz.

00:16:49: Und das ist auch das, worum wir uns bemühen, warum wir uns alle gemeinsam bemühe in einer nationalen Finanzbildungsinitiative die sehr dankensweiterweise vorantreiben, dass wir uns darum allgemeine wirtschaftliche Bildungsziele kümmern und erst recht nicht in einer ersten Ableitung um Börsenbildung und Gotteswillen.

00:17:05: Bildungsziele, die ich immer für wertvoll hielt.

00:17:08: Was kostet's?

00:17:08: Was bringt es?

00:17:09: Was sind sie damit verbunden?

00:17:11: in Risiken?

00:17:13: und das in eine ganz natürliche Art und Weise als Standard-Bildungstile mit einzufließen zu lassen ist entscheidend.

00:17:21: und weil ich da aber auch ein Kompliment aussprechen darf ja ich komme aus dem Field State of Berlin also das österreichische Schulsystem Ich bin ja viel in Schulen hier selber unterwegs.

00:17:31: Das ist schon sehr gut von der Basisbildung her.

00:17:36: wenn da jetzt noch ein bisschen ökonomischer Treiff reinkommt, dann mache ich mir um die Zukunft auch keine Sorgen.

00:17:41: Das freut mich zu hören und wir werden in den nächsten Jahren gerade was die Wirtschafts- und Finanzbildung betrifft auch hier nochmal unsere Anstrengungen verstärken.

00:17:49: Ich finde es auch gut dass sie eben nicht nur die Chancen ansprechen sondern auch die Risiken.

00:17:54: In einer meiner früheren Folgen war die FMA Vorstellung Mariana Kühnel zu Gast, die natürlich da auch ein großes Augenmerk hat.

00:18:01: also ich glaube das ist wichtig dass man die ganze Bandbreite hier entsprechend auch adressiert.

00:18:06: Jetzt haben wir sehr viel gesprochen über Anlegerinnen und Anlega, ich glaube wir sollten unbedingt auch nochmal die Unternehmenseite hier ansprechen denn der Kapitalmarkt hat ja vielfältige Funktionen aber eben auch eine mögliche Finanzierungsquelle für Unternehmen und damit auch für den Standort insgesamt für Innovationskraft, für Wachstumsmöglichkeiten.

00:18:30: Wie schätzen Sie hier die Lage ein in Österreich?

00:18:34: Ja, offensichtlich gibt es viel Potenzial.

00:18:36: Das Standard-Refinanzierungsinstrument ist der Kredit und hat große Traditionen in Österreich.

00:18:42: Man ist damit auch sehr erfolgreich unterwegs gewesen.

00:18:46: aber der Kredit hat natürlich großer Herausforderungen.

00:18:49: Er funktioniert ganz wunderbar!

00:18:51: bei stabilen traditionellen Geschäftsmodellen.

00:18:54: Aber wenn sie an Innovationsfinanzierung denken, dann ist das per se mal ein Kapitalfinanziung und braucht also eine Aktienfinanzierungen.

00:19:02: Und da können wir uns im Sinne unserer Zukunftskindlichkeit deutlich verbessern.

00:19:08: Es ist nicht etwa so dass die österreichischen Unternehmen diese Art von Kapital brauchen.

00:19:15: Sie finden es eben auch vermehrt international.

00:19:19: Da schlagen wir dann auch die Brücke, ja.

00:19:22: Unseres Handelsvolumen kommt aus dem Ausland.

00:19:32: Und die erkennen also die Güte der österreichischen Unternehmen und investieren hier natürlich auch.

00:19:39: Und da wäre es doch sehr, sehr erfreulich wenn wir etwas tun könnten für die Stärkung unserer nationalen Investorenbasis was erstens die Bereitstellung von Risikokapital erhöhen würde, und vor allem aber dann auch die Partizipationen.

00:19:55: Und den Rückfluss aus diesen Investitionen in die eigene Gesellschaft befördert.

00:20:01: Also wir freuen uns ja wenn bis zu reiche innovative Unternehmen durch die Brücken, die die hiesige Finanzindustrie in der internationale Welt schlägt.

00:20:10: Wir freuen uns dass da ein Capital Infloh gibt gar keine Frage But it comes with the price.

00:20:15: Und das ist eben der Dividend-Ausflug, also wer dann eben investiert hat natürlich da noch Anspruch auf die entsprechende Gewinnbeteiligung.

00:20:22: und das beides, also Kapitalbereitstellung und ja natürlich aber auch Partizipation aus den daraus entstehenden Gewinnen.

00:20:29: etwas mehr National zu facilitieren muss das Geburtestunde sein

00:20:35: Was immer wieder auch genannt wird in Gesprächen die ich mit Unternehmerinnen und Unternehmern führe, dass vor allem die kleineren und die mittleren Unternehmen da oft noch eine gewisse vermeintliche Barriere spüren.

00:20:49: Wir haben das jetzt auch gerade mit dem sogenannten Listing-Act der von der Europäischen Union ja kommt und auch in Österreich umzusetzen ist versucht abzubauen.

00:21:00: wir haben da einerseits die sogenannte Prospektschwellenwerte von fünf auf zwölf Millionen Euro angehoben, das heißt weniger Bürokratie für die kleineren und mittleren Unternehmen.

00:21:14: Also dass die Börsenzulassung insgesamt einfacher wird bisher war sie auch so, dass du drei Jahre schon bestehen musstest in Zukunft reicht nur noch ein Jahr bestehendes Unternehmens und dass man auch den Mindesttreubesitz gesenkt hat beispielsweise vom twenty-fünf Prozent auf zehn Prozent.

00:21:29: also ich hoffe dass mit diesen Maßnahmen wo wir wirklich darauf geachtet haben das kein Goldplating passiert in Österreich, dass wir hier auch den kleineren und mittleren Unternehmen entgegenkommen.

00:21:41: Haben Sie hier zu diesen neuen Regelungen eine Rückmeldung

00:21:45: bekommen schon?

00:21:45: Ja zweierlei!

00:21:46: Einerseits Blumstrauß andererseits Wermutzroffen, Blum Strauß zuerst großen Dank für die goldplatingfreie Umsetzung also.

00:21:55: und dann kommt der Wermuzroffen es ist europäisches Recht umgesetzt worden.

00:21:59: das gilt also per se mal für alle.

00:22:03: umsetzt, ohne zusätzliche Regelungen ist das super.

00:22:07: Haben wir auch gelegentlich andere Historie bei uns in Österreich.

00:22:10: deswegen also nochmal großen Dank dafür.

00:22:13: aber es dient eben nur dazu die relative Position im europäischen Wettbewerb nicht zu verschlechtern.

00:22:20: sie verbessert sich dadurch aber eben auch nicht.

00:22:22: und für die Verbesserung sind wir nach wie vor selber gefordert eigene substanzielle Kapitalmarkt Entwicklungsmaßnahmen zu setzen sowie dass ja überall in Europa derzeit geschieht, weil die wirklichen Hebel eben auf nationaler Ebene liegen.

00:22:37: Sie haben ja auch die ersten Ansätze ihrer Regierung angesprochen nämlich die Stärkung der zweiten Säule der betrieblichen Altersvorsorge.

00:22:45: Genau da hoffe ich dass wir sehr bald in die Umsetzung kommen als einer der Bereiche.

00:22:50: aber sie haben jetzt die Chance wenn sie schon mit einer Politikerin hier zusammensitzen vielleicht noch das eine oder andere mitzugeben, was aus Ihrer Sicht wünschenswert wäre.

00:22:59: Was immer kommt und das verstehe ich total ist dass wir im Bereich steuerlicher Anreize noch etwas machen.

00:23:04: Das ist dann oft der Hebel warum der oder die einzelne an Kapitalmarkt verantragt oder nicht?

00:23:10: Ja also mein Petitum ist ja immer ein ganz einfaches man schaut einfach dort hin wo man jahrzehntelang abrupte Modelle hat Säulen der sozialstaatlichen, insbesondere Pensionsvorsorge durch.

00:23:26: Und dann schaut man eben auf die erste Säule also das Umlageverfahren was niemand antasten möchte.

00:23:31: Das ist unsere Eigenart, das ist unsere Kulturstourie aus der wir kommen.

00:23:37: Das wollen wir in Europa so.

00:23:39: aber es gibt ganz wunderbare Beispiele wie Länder, insbesondere in Skandinavien dass um eine Kapitalmark Komponente ergänzt haben.

00:23:47: Also gerade wegen der von uns ja auch so deutlich gespürten zunehmenden Kreditfinanzierung.

00:23:53: Es sind eben leider keine Umlageverfahren mehr, sondern sie brauchen dramatische und zunehmbne und sehr stark zunehnende Unterstützung von der staatlichen Krediteaufnahme.

00:24:03: Also kreditfinanzierte Systeme zum großen Teil in Zukunft.

00:24:08: Und die haben das eben einfach durch Kapitalmarktorientierung ergänzt.

00:24:11: ja also die Schweden mit ihren berühmten zweieinhalb Prozent, die eben dann Kapitalmarkt angespart werden und dann bilden sich da große Kapitalstücke die Pensionssysteme wirklich spürbar entlasten.

00:24:24: Denemark ist auch so ein Beispiel?

00:24:26: Absolut, Niederlande ganz genauso.

00:24:28: ja also Dänemark, Niedernand, Schweden alles Länder mit höchsten sozialstaatlichen Ansprüchen die eine wunderbare Versöhnung von höchstem sozialstaatslichen Anspruch und Kapitalmarktorientierung hinbekommen haben.

00:24:44: Und das kann man nicht machen, indem man kleine und kleinste Bestandteile... ...und wir reden wirklich von null Komma fünf bis eins zwei Prozent aus dem Aufkommen am Kapital Markt allokiert.

00:24:54: Das müssen wir aber dann über Jahre und Jahrzehnte natürlich machen.

00:24:57: Naja zweite Säule haben wir selber angesprochen.

00:24:59: Stärkung der betrieblichen Vorsorge.

00:25:01: Schweiz ist natürlich klar da, der Posterboy.

00:25:03: Dann ganz wichtig finde ich die Freiheit gerade für die Bürgerinnen und Bürger, ja?

00:25:08: Für private Pensionskonten.

00:25:11: Also das braucht es wirklich mir viele da kein anderes Land was wirtschaftlich so erfolgreich ist wie Österreich auch so reich ist und so vorgebildet auch sowohl unternehmerisch als finanzbildungsmäßig was so wenig Anreize für die Individuen gibt.

00:25:29: eigentlich wenn nicht so frei sein darf, auch weniger Anreize sondern eher Sanktionen.

00:25:33: Wir zahlen eben dieses wahnsinnige Steueraufkommen.

00:25:35: die Leute gehen arbeiten dann zahlen sie Lohnsteuer aus dem Lohrsteuerversteuerten Einkommen investieren Sie in Unternehmen dann werden sie mit Unternehmerinnen und Mitunternehmer da zahlen sich Körperschaftssteuer Aus den körperschaften Versteuern.

00:25:45: gewinnen werden dann Dividenden ausgestattet auf ausgeschüttet Und Auf Die Dividende zahlen Sie am Ende nochmal siebenundzwanzig Komma fünf Prozent.

00:25:52: also das ist eigentlich Frau Staatssekretärin, ich bin zu garstig weiß.

00:25:58: Aber wenn man das so durchdekliniert und hört dann ist es natürlich eher eine Sanktion für die Einzelnen oder eine deutliche Motivationsminderung möchte ich sagen auch da gibt's gute Beispiele man muss ja nicht gleich so radikal sein.

00:26:17: wie unsere tschechischen Kollegen haben wir nun einen besonderen Einblick UNV für's Alpine Wienerberger erste Bank erwirbt, drei Jahre hält.

00:26:32: Dann ist der steuerfrei auf die Kursgewinne.

00:26:36: und wenn ich das gleiche mache naja dann habe ich vergegenwärtige ich die beschriebene steuerliche steuerlichen Beitrag so welches nennt nicht Belastung.

00:26:45: wir hatten das sogar in einigen Regierungsprogrammen davor.

00:26:49: Ich weiß nicht warum es nie umgesetzt wurde im jetzigen regierungsprogramm hat es keinen Einklang gefunden.

00:26:54: Aber ich habe gerade jetzt bei den Budgetverhandlungen und der Konsolidierung im letzten Jahr immer wieder betont, wir haben ein Ausgabenproblem und kein Einnahmenproblem.

00:27:05: Wir haben eine der höchsten Steuer- und Abgabenquoten in Europa.

00:27:09: Das heißt, auf der einen Seite unsere Hausaufgaben zu machen, nämlich das Budget zu konsolidieren sehr stark ausgabenseitig und auf der anderen Seite Entlastungen dort möglich zu machen wo es zur aktuellen Situation umsetzbar ist.

00:27:25: Da haben wir noch viel Arbeit vor uns, wir verhandeln gerade das nächste Doppelbudget, haben aber im ersten Jahr der Budgetkonsolidierung wirklich schon ganz große Schritte nach vorne gemacht und ich bin sehr zuversichtlich dass wir wie geplant dann in dem Jahr zum Jahr zwanzig-achtundzwanzig auch dieses drei Prozentmaßrichterziel erreichen

00:27:42: werden.

00:27:42: Also die kann das nur... Wir sind da eher externe Beobachter, aber ich kann es als Kompliment nur zurückgeben Diese Regierung, diese Sensibilität entwickelt hat gegenüber einem anwachsenen Schuldenberg dessen Tragen die zukünftigen Budgetierenspielräume natürlich dramatisch einschränken wird.

00:28:01: Wenn man sich das Thema nicht annimmt und das tun Sie und vielen Dank dafür wenn dann noch zusätzliche Kräfte freigesetzt werden könnten indem man den Individuen eben auch etwas mehr Lauf gibt umso besser.

00:28:13: Wie man damit die Bürgerinnen und Bürger unterstützen kann nämlich in dem sie hier im Vermögensaufbau besser entwickeln können.

00:28:21: Und auf der anderen Seite würden wir auch für den Wirtschaftsstandort hier etwas Gutes machen?

00:28:25: Absolut, absolut!

00:28:26: Es ist win-win-win.

00:28:28: Die Unternehmen kriegen ihre Finanzierung die Bürgerinnen und Bürger kriegen ihre Beteiligung Der Staat kriegt seine dann hoffentlich nach wie vor vorhandenen Steuereinnahmen aber vielleicht sollten sie nicht ganz so prohibitiv hoch sein an der Stelle.

00:28:41: Das kann ich nur unterstreichen.

00:28:44: Wir haben, wie gesagt wirklich auf der Steuer- und Abgabenseite sehr viele Einnahmen und es geht darum dass wir auch in den nächsten Jahren den Wirtschaftsstandort Wettbewerbsweg halten.

00:28:57: Und es besteht aller

00:28:58: Anlass da positiv auch zu sein.

00:29:01: Österreich hat ein fantastisches Unternehmertum, viele Ideen gut ausgebildete Leute international super anerkannt.

00:29:10: also ich freue mich immer wieder unter österreichischem Namen international unterwegs sein zu dürfen.

00:29:15: man ist wohl gelitten.

00:29:16: Das war schon ein wunderbarer Schlusssatz!

00:29:19: Vielen Dank für die Einblicke und für Ihr Kommen und alles Gute weiterhin.

00:29:24: Ich danke.

00:29:24: Herzlichen Dank.

00:29:25: Das war BMF.Geldanschauung,

00:29:28: wir danken Ihnen fürs Zuhören und freuen uns über Feedback – wenn Sie auch beim nächsten Mal wieder dabei sind!

00:29:36: Informationen des BMF finden sie auf der Website www.bmf.gv.at.

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